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Langhans. Live. Habe ich gegen den Staat eine Chance?

Heute wieder nach Langer Pause eine Liveshow Langhans. Live. Habe ich gegen den Staat eine Chance? Wie wehre ich mich bei Inobhutnahmen, wie verhalte ich mich? Was darf ich tun was nicht? Und wie agiert man, wenn das Jugendamt unverhofft klingelt?

Da war die Liveshow „Habe ich gegen den Staat eine Chance“

Langhans. Live. vom 08.1..2020

Habe ich gegen das Jugendamt eine Chance?

Nicht, wenn man zuviel Angst zeigt und der Gegenseite deutlich macht, dass man keine Chance haben will. Genau, ihr lest richtig. Die Mitarbeiter werden das spüren und Blut lecken. Und dann losschlagen.

Diese Angst lähmt. Angst, sein Kind zu verlieren. Und dann passieren Fehler. So habt Ihr eine Chance gegen das Jugendamt

Chance gegen das Jugendamt heisst

  • keine unüberlegten Handlungen
  • keine vorschnellen Aussagen
  • kein Streit zwischen den Eltern oder Eltern mit Großeltern
  • vor Antworten erst beraten lassen
  • zuerst alle Infos abfragen, sich also alles haarklein erzählen lassen
  • vor Antwort Zeit zur schriftlichen Stellungnahme erbitten
  • nicht vorschnell Zusammenarbeit ablehnen
  • Mitarbeiter nicht angreifen
  • eigene konstruktive Wege vorschlagen
  • SPFH umgehen

Ich weiss, dass das einfacher geschrieben als umgesetzt ist. Aber es ist meine komprimierte Erfahrung. Das Hauptproblem ist sowieso, dass die meisten Fehler deshalb gemacht werden, weil man uninformiert ist. Wer beschäftigt sich schon wenn er mit dem JA nichts zu tun hat mit Familienrecht und Sorgerecht?

Habe ich eine Chance gegen einen Gutachter

Chancen gegen den Staat in Form eines Gutachters sind wenige, nur im Nachhinein. Wie man richtig vorgeht, seht ihr in der Videoreihe Fehler in Gutachten erkennen. Insbesondere solltet ihr

  • Gutachten nicht immer ablehnen oder immer zustimmen
  • Gutachten nur wenn Exploration auf Video aufgezeichnet wird durchführen
  • nicht unvorbereitet in ein Gutachten gehen
  • nicht in ein Gutachten gehen bei ungeklärtem Sachverhalt

Die Videos der Reihe sind hier aufgelistet:

Habe ich eine Chance gegen einen Richter

Natürlich. Leider gibt es kein Patentrezept, aber viele gute Argumente überzeugen auch. Es heisst also gelassen bleiben und sachlich argumentieren. Nur so erreicht Ihr ein positives Ende für Euch und Eure Kinder.

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3 monate altes Baby tot

Der Vater ist in U-Haft. Am Wochenende verstarb ein Baby an Kopferverletzungen. In Duisburg, also bei mir um die Ecke. Baby tot.

https://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/ruhrgebiet-aktuell/duisburg-vater-in-u-haft-baby-3-monate-stirbt-an-kopfverletzungen-73550150.bild.html

Warum ist das für mich eine Nachricht wert? Weil wie immer diese Vorfälle den Jugendämtern Legitimation geben für Inobhutnahmen.

Hintergründe sind keine bekannt. Der Vater schweigt. Ob er Schuld ist, ist dabei vollkommen egal. Denn die Jugendämter werden wieder hellhöriger werden und loslegen – zum Schaden aller.

Und das ist sehr traurig.

Es ist immer wieder dieselbe Situation. Eltern werden durch solche Einzeltaten in Verantwortung genommen, die sich nichts Zuschulden kommen lassen.

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Rückführung als Ziel

Es ist so einfach und wird immer falschgemacht. Dabei ist Rückführung als Ziel nicht nur von BVerfG, sondern auch EGMR mehrfach deutlich postuliert wurden. Besteht darauf, dass Rückführungsoptionen sowohl im Beschluss als auch in HPG Gesprächen mitgeteilt werden. Besteht darauf, dass Rückführung eine realistische Option bleibt, die erreichbar ist. Fordert dieses Recht ein:

Rückführung als Ziel durch den EGMR formuliert

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte führt hierzu aus:

76. The Court further reiterates that a care order should in principle be regarded as a temporary measure, to be discontinued as soon as circumstances permit, and that any measures implementing temporary care should be consistent with the ultimate aim of reuniting the natural parents and the child (Olsson (no. 1), cited above, pp. 36-37, § 81). The positive duty to take measures to facilitate family reunification as soon as reasonably feasible will begin to weigh on the responsible authorities with progressively increasing force as from the commencement of the period of care, subject always to its being balanced against the duty to consider the best interests of the child (K. and T. v. Finland, cited above, § 178)

EGMR, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 26. Februar 
2002 – 46544/99 – Rn. 76

Rückführung: Was das BVerfG sagt

Das Bundesverfassungsgericht sagt hierzu – quasi übersetzt – aus:

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat wiederholt die mit der Inpflegenahme eines Kindes verbundene Intensität des Eingriffs in die Rechte der leiblichen Eltern sowie die einem regelmäßigen Umgang schon mit Blick auf das vorrangige Ziel einer Rückführung des Kindes zu seinen Eltern zukommende große Bedeutung betont und daher strenge Anforderungen an Beschränkungen des Umgangs formuliert (vgl. EGMR, Urteil der Großen Kammer vom 12. Juli 2001 – 25702/94 -, K. und T. v. Finnland, Rn. 155, 177 ff.; Urteil vom 26. Februar 2002 – 46544/99 -, K. v. Deutschland, Rn. 67, 76 ff.; Urteil vom 26. Februar 2004 – 74969/01 -, G. v. Deutschland, FamRZ 2004, 1456 <1458 f.>

BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 29. 
November 2012 – 1 BvR 335/12 – Rn. 24

Rückführung ist

  • vorrangiges Ziel
  • von wichtiger Bedeutung
  • ein Grund, Umgangsbeschränkungen aufzuheben
  • zu beenden sobald es die Umstände zulassen

Deies gilt ausnahmslos.

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„Das Gutachten Livestream“ im Familiengericht vom 02.06.2019

Der „Das Gutachten Livestream“ war nach anfänglichen Startschwierigkeiten ein voller Erfolg. Leider mussten wir auf Facebook ausweichen, weil es auf YouTube Probleme gab – und das erwies sich als Glücksfall, weil eigentlich alles besser funktioniert hat als auf YouTube.

https://www.facebook.com/380535922342980/videos/437462527087838
Das Livevideo als Aufzeichnung

Es haben viele neue Watcher mit in den Stream geschaut. Danke dafür! Und einige neue Gesichter haben sich auch sofort eingebracht.

Zum Thema:
Wie abgesprochen wurden folgende Punkte besprochen:

  • Das Gutachten: Wie erkenne ich gute Gutachter?
  • Kann ich meinen Gutachter auswählen?
  • Was ist eine Glaubwürdigkeitsbegutachtung?
  • Wie läuft so ein Gutachten ab?
  • Wie wehre ich mich gegen ein Gutachten, und welche Risiken bringt das mit sich?

Dieses und weitere Themen besprechen wir am 02.06.2019.

Ihr könnt mir in den Kommentaren weitere Fragen zum Thema stellen, die ich dann beantworte.

Familienpsychologische Gutachten sind das Grundübel des Familienrechtes: Sie entbinden den Richter quasi von der Amtsermittlung und fixieren das Ergebnis. Deshalb ist es wichtig, über alle Möglichkeiten der Reaktion informiert zu sein.
Dieser Das Gutachten Livestream soll Euch die Möglichkeiten geben, Euch zu informieren.

Unter anderem behandeln wir folgende Themen:

  • Wie läuft so ein Gutachten ab?
  • Was muss ich bei einem Beweisbeschluss beachten?
  • Wie erkenne ich gute Gutachter? Kann ich meinen Gutachter auswählen? 
  • Was ist eine Glaubwürdigkeitsbegutachtung? 
  • Ist eine methodenkritische Stellungnahme ein Gegengutachten?
  • Was ist ein Obergutachten?
  • Muss ich an einem Gutachten teilnehmen?
  • Wie wehre ich mich gegen ein Gutachten, und welche Risiken bringt das mit sich? 
  • Was kann ich tun, wenn ein Gutachten schlecht ausfällt und der Beschluss rechtskräftig ist?
  • Kann mir Activinews helfen?

Dies und vieles andere Besprechen wir mit Euch. Gerne könnt Ihr im Chat oder vorab per FB Messenger/eMail Fragen an mich senden die ich beantworten soll.

Vertiefende Infos erhaltet Ihr natürlich in meiner Unterseite zum Gutachten sowie der Playlist.

Gerne könnt Ihr auch das Buch „Fehler in Gutachten erkennen“ käuflich erwerben:

https://www.youtube.com/watch?v=_l7EeeVBIeY

Fehler in familienpsychologischen Gutachten

Wenn Du Dich mehr für Gutachten am Familiengericht interessierst und die Fehler in solchen, lies bitte hier weiter:

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Inobhutnahme Jugendamt widersprechen

Einer Inobhutnahme Jugendamt widersprechen wird von vielen Anwälten und Betroffenen versäumt. Dabei ist es recht einfach. Die eigentliche Inobhutnahme, also ohne richterlichen Beschluss, ist ein Verwaltungshandeln nach SGB VIII. Die Regelungen hierzu sind in §8a SGB VIII niedergelegt.

Einen weit besseren und aktuelleren Artikel zur Inobhutnahme ohne richterlichen Beschluss findet Ihr auf dem neuen Familienrechtsblog:

Widerspruch ist in §42 SGB VIII geregelt

§42 SGB VIII hat hier insbesondere neben weiteren Voraussetzungen das Widerspruchsrecht geregelt. Bei Widerspruch muss das Kind herausgegeben werden, es sei denn eine Gefahr besteht fort.

Viele Eltern lassen sich zu einer Zustimmung überreden. Auch dann ist noch nicht das Ende aller Tage erreicht: Man kann eine Zustimmung jederzeit widerrufen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn nur ein Elternteil die Zustimmung widerruft.

Verwaltungsklage gegen Inobhutnahme

Jedenfalls muss das Jugendamt dann, wenn einer Inobhutnahme widersprochen wurde, das ganze Verfahren ans Familiengericht zur Klärung abgeben. Und in dieser Zeitspanne ist Eure Chance, über eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichtes insbesondere bei formellen Mängeln eine Herausgabe des Kindes zu fordern und zu erreichen.

Schutzschrift nicht vergessen

Diese sollte natürlich nur mit einer Schutzschrift an das Familiengericht einhergehen, um eine einstweilige Anordnung ohne Eure Mitwirkung zu verhindern.

In beiden Schriftsätzen würde ich zudem Problemlösungen anbieten, um eine Inobhutnahme als Ultima Ratio auszuschalten. Eigene Lösungen vorschlagen ist alleine deshalb wichtig, weil es das Gericht blockiert, zu sagen es gäbe keine anderen milderen Mittel. Und es macht deutlich, dass ihr mit dem Amt zusammenarbeitet.

Eigene Lösungen vorschlagen

Wie widersprechen?

Dabei ist widersprechen einfach. Schreibt einfach an das Jugendamt:

Wir widersprechen der Inobhutnahme

Activinews.tv

Dieses Schreiben sollten beide Eltern unterzeichnen und dann an das Jugendamt senden. Ich empfehle

  • vorab per Fax senden oder per eMail eingescannt samt Unterschriften
  • Original persönlich durch eine Vertrauensperson vorbeibringen beim Jugendamt
  • in der Verwaltungsklage nochmals widersprechen

Wichtig! Nur eine eA Verwaltungsklage reicht nicht aus!

Ihr müsst der Inobhutnahme immer auch widersprechen, da sie ein Verwaltungsakt ist und damit die Widerspruchsfristen laufen!

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Die Sorgerechtsverfügung

Die Sorgerechtsverfügung ist ein Instrument, um im Fall des Sorgerechtsverlustes oder Todes oder Krankheit vorzusorgen, staatlichen Eingriff auszuschließen und gerichtliche Entscheidungen zu verhindern bzw. zu steuern.

Was ist eine Sorgerechtsverfügung

Wenn ein Elternteil stirbt, dann wird beinahe automatisch der andere Elternteil alleiniger Träger elterlicher Sorge. Sterben beide, wird ein Amtsvormund erstellt. Beides ist nicht immer gut für das Kind. Da der Gesetzgeber ein Vorrecht der Eltern bei Vormundsbenennung installiert hat, gibt es mit der Sorgerechtsverfügung, auch Elterntestament genannt, ein Instrument, das ich im folgenden Video vorstelle.

Mein Video zur Sorgerechtsverfügung

https://www.youtube.com/watch?v=RadQH8yD2c8

Das Formular meiner Sorgerechtsverfügung

Das Formular könnt Ihr hier kostenlos downloaden:

Beachten

Achtung: zur vollen Wirksamkeit auch bei Tod ist das Formular nur handschriftlich vollständig ab- und unterschrieben wirksam. Es reicht nicht, Namen einzufügen und auszudrucken!

Vorsicht auch, was ihr über andere Menschen schreibt, die als Vormund nicht geeignet sind. Diese Informationen sind nicht für jeden positiv. Sie können im Sorgerechtsverfahren auch gegen Euch ausgelegt werden! Überlegt also gut, wem ihr diese Infos zur Verfügung stellt, nicht jeder ist Euer Freund…

Oft werden Sorgerechtsverfügungen vom Gericht ignoriert. Das ist ein Fall einer Amtshaftungsklage. Denn der Wille der Eltern ist zu befolgen.

Von der Sorgerechtsverfügung zu trennen ist die Frage der normalen Vollmacht für Geschäfte des täglichen Lebens bei Verhinderung oder zur Vermeidung von Sorgerechtsstreiten. Ich selber habe mich in diesem Video mit dem Thema auseinandergesetzt. Vollmachten können verhindern, dass es zu Sorgerechtsstreiten kommt.

https://www.youtube.com/watch?v=FcVdqSTbFE8

Eine Kombination aus beiden Vollmachten stellt die optimale Absicherung der Kinder dar. Sie müssen beide – Ausnahme oben – keiner besonderen Form unterliegen. Sie sind jederzeit frei abänderbar oder widerrufbar. Gerade wenn bereits Verfahren laufen, sind diese gute Möglichkeiten, den Streit zu beseitigen. Bitte vergesst nicht die Videos zu liken und zu teilen, um eine weitere Verbreitung zu ermöglichen! Denn damit wird mein Kanal auf YouTube aufgewertet.