Corona und Ausgangssperren: Nun gibt es also Ausgangssperren, die man Euphemistisch Ausgangsbeschränkungen nennt. Was nichts daran ändert, dass es Ausgangssperren sind. Ich finde diese Maßnahmen ja grundsätzlich richtig, weil auf Verantwortung der Eltern vertrauen reicht eben nicht aus.

Die Verunsicherung ist groß, und das ist vorallem dem fehlenden Weitblick der Politik geschuldet. Es gibt keine klare Linie, die sich über mehrere Punkte und mehrere Tage hinzieht. Niemand was, was uns in  den nächsten Tagen erwartet, wir leben quasi in den Tag hinein und warten beinahe Panisch auf die neuen Hiobsbotschaften. Hätte man vor einigen Wochen schon ein Szenario entworfen, hätten sich die Bürger darauf einstellen können. Man wüsste, welche weiteren Schritte bei schlechteren Entwicklungen drohen. So kommt es aber immer zu Überforderungen. Und keiner weiß, was erlaubt ist.

Corona und Ausgangssperren: Was bleibt erlaubt

Effektiv weiß keiner, was bei Corona und Ausgangssperren noch erlaubt bleibt. In Bayern und Österreich, die die schärfsten Regelungen getroffen haben, bleibt es nach wie vor erlaubt, zur Arbeit, zum Arzt oder Einkaufen zu gehen. Selbstverständlich darf man auch mit seinem Hund hinausgehen oder mit der Familie, mit der man zusammen lebt. Inzwischen hat die Staatsregierung in Bayern und das Ministerium in Wien klargestellt, dass auch Umgangsbesuche erlaubt bleiben – soweit ein Kind im Auto nur von A nach B fährt. Spielplatz, Biergarten, Straßencafe bleiben geschlossen. Doch ist das wirklich alles an Informationen?

Umgangsbestimmungsrecht bei Corona und Ausgangssperren

Letztlich entscheidet über Umgang immer noch der, der das Umgangsbestimmungsrecht hat. Es geht nicht um Umgangsrecht oder Aufenthalsbestimmungsrecht. Wer das Recht hat, die Art, Lage und Umfang des Umgangs zu bestimmen, der entscheidet auch, ob ein Umgang bei Corona und Ausgangssperren stattfindet.

Am Vernünftigsten ist es, wenn ihr mit der Gegenseite, egal ob Jugendamt oder Ex-Partner, redet. Redet über das, was ihr vorhabt, dass ihr das Kind nur holt, am Besten mit Auto, dann nach Hause fahrt und drinnen bleibt und die Hände wascht. Dass ihr keinen Kontakt habt mit Risikogebieten oder Risikomenschen usw. All das baut Vertrauen auf. Versucht nicht zu fordern, sondern einen Kontext mit der anderen Seite zu finden.

Vergesst auch nicht, wenn das Kind im Heim ist, warum es dort ist. Corona hat bestehende Probleme nicht beseitigt, so dass ein pauschales Heimkommen nicht möglich ist.

Schutzmaßnahmen?

Bietet doch an, soweit möglich, nur mit Maske und Handschuhen draussen zu sein. Das reduziert eine Ansteckung enorm, wobei klar sein muss, dass draussen nur den Weg von einer zur anderen Wohnung meint. Wechselkleidung für innen ist auch ein Aspekt, der Ängste abbauen kann.

Kinder sollten auch jetzt Kontakt haben, aber habt auch Verständnis für die Sorgen der anderen Seite, ob Expartner oder Heim. Pauschal im Netz sich beschweren über Umgangsvereitelung führt Euch nicht zum Ziel.

Keine Fremdsprachlichen Hinweise

Was mich auch verwundert, trotz Multi Kulti, dass sich nur wenige Städte und Politiker trauen, ihre Appelle mehrsprachig durchzuführen. Wir finden das wichtig, dass die Regierung und die Städte auch die Mitbürger informieren, die deutsch nicht als Muttersprache beherrschen. Auch wenn Deutsch unser Landessprache ist, wäre es notwendig, auch Nichtdeutschsprechende richtig aufzuklären. Hier hat Deutschland Defizite.

Die Kartalstiftung hat hierzu eine Notberatung eingerichtet. Die Juristen und Mediatoren stehen mit Rat und Tat zur Verfügung.

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