Diese Reihe beinhaltet über 30 Videos…

In Gutachten kommt es oft zu einer Vielzahl von schwerwiegenden Mängeln. Dabei ist es egal, ob es familienpsychologische Gutachten sind oder Psychiatrische. Prof. Dr. Ursula Gresser und Benedikt Jordan kamen in einer vielbeachteten Studie zu dem Ergebnis, dass ein Viertel aller Gutachter vom Richter eine Tendenz für das Gutachten vorbekommen. Gutachter selbst gaben an, diese Signale zu erhalten. Es gibt nicht „das Gutachten.“ Aber es gibt immer wieder dieselben Fehler. Diese zu erkennen soll dieser Artikel erleichtern. Weil es ein wichtiges Thema ist, gibt es viele Videos. Über diesem Text ist zudem die Playlist eingebunden. Schaut rein! Es lohnt sich!

Das Gutachten: Leitner zeigt Fehlerquellen auf


Werner Leitner kam in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass Verhaltensbeobachtungen oft zu unspezifiziert erfolgen. Aktuelle Erkenntnisse sind nicht berücksichtigt. Die Gesprächsführung der „Experten“ ist unwissenschaftlich. Seitdem überprüft er Gutachten und erstellt vor allem eine kostenlose Vorexpertise. Leitner als Gutachtenskritiker hatte ich bereits in diesem Video vorgestellt:

Video: Der Gutachtenskritiker Prof. Dr. Werner Leitner vorgestellt

Sein Artikel in Familie und Recht über typische Fehlerquellen ist ebenfalls Grundlage einiger meiner Videos, zum Beispiel das folgende zur Frage, welche Tests denn überhaupt verwendet werden dürfen in Gutachten:

Video: Welche Tests dürfen in Gutachten verwendet werden

Wichtig ist immer die Frage, wie man gegen falsche Gutachten vorgeht. Ein klassischer Fehler ist hierbei, falsche Tatsachen nicht anzugreifen. Man darf diese eben nicht im Gutachten stehen lassen. Zwar hat der Bundesgerichtshof bereits festgestellt, dass ungeklärte Anknüpfungstatsachen in der Regel zu einem unverwertbaren Gutachten führen:

Die Ergebnisse der Begutachtung konnten schon deshalb nicht ohne weiteres in die Würdigung einbezogen werden, weil der Sachverständige teilweise unzutreffende bzw. ungeklärte Anknüpfungstatsachen zugrunde gelegt 42 – 20 – hatte.

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=51343&pos=0&anz=1

Hierzu gehören aber alle Quellen, die ein Sachverständiger verwertet, wenn diese inhaltlich nicht richtig sind. Denn es ist Aufgabe des Richters, zu Entscheiden welcher Sachverhalt der wahre ist.

Trotzdem muss man den Richter hier unterstützen und falschen Sachvortrag so umfangreich wie irgendwie möglich widerlegen. Es ist gar nicht so schwer, sich gegen Gutachten einzulassen:

Video: Wie man sich gegen Gutachten einlässt