Familienrecht

Wie Beweise sichern bei Kindesmisshandlung

Beitragsbild mit dem Text Misshandlungsvorwürfe und einem Bild von Michael Langhans

Ein schwieriges Thema. Doch leider von Relevanz. Wie Beweise sichern bei Kindesmisshandlung? Wenn man jetzt Fehler macht, kann man am Ende nichts belegen und verliert vielleicht das Kind. Daher habe ich mich in diesem Video damit auseinandergesetzt, wie man Beweise sichert.

Misshandlungsvorwürfe objektivieren

Wichtig ist es erst einmal, die Vorwürfe zu objektivieren. Vorwürfe, die sich alleine aus Euren Aussagen oder Aussagen des Kindes herrühren, sind meist ungeeignet. Man glaubt Euch nicht, unterstellt eine Manipulation des Kindes usw.

Von der Manipulation ist dann die Entziehung des Kindes nicht mehr weit entfernt.

Also muss man Verhaltensbeobachtungen starten. Dokumentiert umfangreich, wenn Aussagen fallen, insbesondere aber auch den Kontext. Eine Spontanaussage ist hier wertvoller als eine Aussage auf eine Frage hin.

Kamera beweist Misshandlung

Nehmt ggf. Spielsituationen mit versteckter Kamera auf. Versteckt meint hier nicht heimlich, sondern so dass das Kind dies nicht als Präsent wahrnimmt (bitte rechtliche Grenzen beachten wie Intimsphäre und bei fehlendem Sorgerecht). Nur so kann man auch eine mangelnde Suggestion belegen.

Fragt Kindergarten und Schule nach Auffälligkeiten. Geht dabei behutsam vor. Denn erst einmal soll niemand von Eurem Verdacht wissen.

Ein Routinecheck beim Kinderarzt kann sicherlich nicht schaden. Doch auch hier muss man sicher wissen, was man dem Arzt sagt ohne Probleme zu erhalten. Ein guter Kinderarzt wird hier sorgfältig untersuchen.

Misshandlungsspuren dokumentieren

Dokumentiert Spuren wie Rötungen, Verletzungen, Abschürfungen mit Bildern. Zu jedem Bild sollte man die dazu passende Aussage des Kindes dokumentieren per Text oder Video. Dokumentiert zudem auf einer Skizze, wo am Körper genau sich die Verletzungen befunden haben. Dies ist wichtig z.B. wegen der Hutkrempenregelung und anderen Frühwarnsystemen.

Geht gegebenenfalls, wenn sich der Verdacht erhärtet hat – und erst dann (!) – zu einem Traumaspezialisten oder Misshandlungsspezialisten. Erst wenn dieser auch Anzeichen sieht, geht zur Polizei.

Warum nicht sofort zur Polizei bei Misshandlungsvorwürfen?

Ganz einfach: Ohne fachlich versierte Infos wird man Euch fehlende Bindungstolleranz vorwerfen. Man wird Euch nicht glauben und eine Manipulation des Kindes erkennen wollen. Das sind dann Gründe, die eine Kindswohlgefährdung darstellen könnten.

Auch das Jugendamt ist hier meist überfordert. Daher stellt es keine wirkliche Hilfe bei der Aufklärung dar. Ihr seid insoweit auf Euch alleine gestellt.

Sorgerechtsantrag oder Umgangsausschluss?

Erst wenn alles belegt ist und ihr die Behörden hinter Euch wisst, solltet Ihr per Sorgerechtsantrag vorgehen oder das Umgangsrecht ausschließen. Erst dann wird man Euch keine Vorwürfe machen.

0 Kommentare zu “Wie Beweise sichern bei Kindesmisshandlung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.